Straffrei durch Selbstanzeige

Ihr Leitfaden für eine erfolgreiche strafbefreiende Selbstanzeige beim Finanzamt

Die Entstehungsgeschichte der Steuerhinterziehung

Die Geschichte der Selbstanzeige ist eng verbunden mit der Geschichte der Steuerhinterziehung, da nur bezüglich der Steuerhinterziehung eine strafbefreiende Selbstanzeige möglich ist. Hinsichtlich der Entstehungsgeschichte der Steuerhinterziehung ist auf die Norm des § 359 Reichs-Abgabenordnung 1919 zu verweisen. Aus dieser Reichsabgabenordnung entstand die Abgabenordnung, wie wir sie heute kennen.

Eingeführt wurde die Norm des § 370 Abgabenordnung durch die Abgabenordnung 1977, die die Reichsabgabenordnung ablöste.  Es wurden die Tathandlungen der Steuerhinterziehung in Absatz 1 Nummern 1 bis 3 konkretisiert, die zuvor lediglich als „Erschleichen von nicht gerechtfertigten Steuervorteilen“ oder „Bewirken, dass Steuereinnahmen verkürzt werden“ bezeichnet wurden.

Die Norm des § 370 Abgabenordnung ist seither wiederholt geändert worden. Die letzte erhebliche Änderung erfolgte durch das „Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG“, wodurch der Verbrechenstatbestand des § 370a Abgabenordnung aufgehoben wurde und dafür ein neuer besonders schwerer Fall der Steuerhinterziehung in § 370 Absatz 3 Nummer 5 Abgabenordnung eingeführt sowie in Absatz 3 Nummer 1 der Norm des § 370 Abgabenordnung die zusätzliche Voraussetzung „aus grobem Eigennutz“ gestrichen wurde.

THOWA-Tipp: Zukunft durch Wissen um die Herkunft! Das gilt auch für die Selbstanzeige und die Steuerhinterziehung, die beide eine gemeinsame Geschichte haben und sich von jeder gegenseitig bedingen. Für ein wirklich ausgereiftes und komplettes Verständnis des Rechtsinstituts der Selbstanzeige sind umfassende und tiefgreifende Kenntnisse ihrer Geschichte ebenso von Vorteil wie der Steuerstraftat, auf die sich die Selbstanzeige bezieht: Die Steuerhinterziehung.