Straffrei durch Selbstanzeige

Ihr Leitfaden für eine erfolgreiche strafbefreiende Selbstanzeige beim Finanzamt

In welcher Form muss eine Selbstanzeige abgefasst werden

Die Selbstanzeige ist formfrei. Damit kann sie beispielsweise mündlich, schriftlich oder auch per E-Mail beziehungsweise auch per Telefon oder Telefax eingereicht werden. Damit ist aber noch nicht die Frage beantwortet, welche Form aus strategisch-taktischen Gründen im Einzelfall auch sinnvoll ist.

Der Selbstanzeigende hat damit hinsichtlich der Form der Selbstanzeige die Qual der Wahl für seine Nachholung, Ergänzung oder Berichtigung bezüglich der Mitteilung steuererheblicher Tatsachen. In der Regel wählen Selbstanzeiger die Schriftform. Dabei brauchen schriftliche Selbstanzeigen noch nicht einmal unterschrieben zu sein, um ihre Wirksamkeit zu entfalten. Es genügt bereits, wenn sich aus dem Inhalt der Selbstanzeige die Identität des Selbstanzeigenden und Steuerpflichtigen ergibt. 

THOWA-Tipp: Die abstrakt beste Form für die Selbstanzeige gibt es nicht. Dies ist im konkreten Einzelfall zu prüfen, indem die jeweiligen Formmöglichkeiten durchgespielt und die beste Option gewählt wird. Neben der häufig verwendeten Schriftform kann auch die mündliche Form aufgrund ihrer Schnelligkeit und Direktheit in bestimmten Situationen die beste Option sein. Hierbei genügen sogar lediglich beiläufige berichtigende mündliche Bemerkungen im Gespräch mit den zuständigen Behörden, solange die Selbstanzeige dabei einer zuständigen Behörde im amtlichen Verkehr zur Kenntnis gebracht wird und damit zugeht. Entscheidend ist letzten Endes, dass den Finanzbehörden die zutreffenden Besteuerungsgrundlagen mitgeteilt werden; die  Form ist sekundär. Im Rahmen der Selbstanzeige ist es damit sogar zur Erreichung der Straffreiheit möglich, auf steuerrechtlich vorgeschriebene Formulare und Vordrucke zu verzichten. Bei erschöpfender Mitteilung aller steuerlich relevanten Sachverhalte stellt selbst die Nichtabgabe eigentlich förmlich vorgeschriebener Steuererklärungen keine Steuerhinterziehung mehr dar; es fehlt an der zur Annahme einer Steuerhinterziehung notwendigen Steuerverkürzung. Insoweit sind die Anforderungen an eine strafbefreiende Selbstanzeige sogar geringer als beispielsweise an eine Einkommens- oder Umsatzsteuererklärung. Aus Beweis-, Dokumentations und Transparenzgründen empfiehlt sich trotz aller Formmöglichkeiten und Formfreiheiten grundsätzlich als Direktive die Erstellung und Abgabe einer schriftlichen Selbstanzeige.