Straffrei durch Selbstanzeige

Ihr Leitfaden für eine erfolgreiche strafbefreiende Selbstanzeige beim Finanzamt

Lassen Sie sich ab 2015 unbedingt beraten!

Die Selbstanzeige ist seit dem 01.01.2015 noch komplizierter geworden, als sie bis dahin sowieso schon gewesen ist. Wer also mit dem Gedanken spielt, eine Selbstanzeige zu erstellen und einzureichen, der sollte sich, wenn er sich nicht schon vertreten lässt, zumindest vorher eingehend beraten lassen.

Straffreiheit bei Steuerhinterziehung kann ab dem 01.01.2015 grundsätzlich nur noch derjenige erlangen, der Steuern bis maximal 25.000 EUR hinterzogen hat. Bei höheren Hinterziehungsbeträgen können die Behörden nur noch bei Bezahlung eines entsprechenden Zuschlags von der Strafverfolgung absehen. Die Höhe dieser Zuschläge ist dabei gestaffelt. Bei Hinterziehungsbeträgen über 25.000 EUR bis 100.000 EUR muss ein Zuschlag von 10% des Hinterziehungsbetrages bezahlt werden, um Straffreiheit zu erlangen. Bei Hinterziehungsbeträgen über 100.000 EUR bis zu 1 Millionen EUR muss ein Zuschlag von 15% der hinterzogenen Steuer entrichtet werden. Ab einem Hinterziehungsbetrag über einer Millionen EUR sind 20% Zuschlag zu entrichten, um die begehrte Straffreiheit noch zu erlangen. Die strafrechtliche Verjährungsfrist beträgt nun zehn Jahre, so dass ein Steuerpflichtiger zur Erlangung der Straffreiheit alle Steuerhinterziehungen der letzten zehn Jahre lückenlos aufdecken muss, um Straffreiheit zu erlangen. 

Wer Steuern hinterzogen hat beziehungsweise aufgrund der Komplexität des Steuerrechts unsicher ist, ob er Steuern hinterzogen hat, der sollte sich durch einen Experten beraten lassen und diesen zumindest im Vorfeld einer Selbstanzeige zur Beratung hinzuziehen. Auch wenn Sie die Grundlagen des deutschen Steuerrechts verstanden haben, warten viele Fallstricke und Tücken des Steuerrechts, insbesondere der Selbstanzeige, auf Sie. Da Sie nur einen Schuss bei der Selbstanzeige frei haben, können Sie sich Fehler bei der Erstellung und Abgabe Ihrer Selbstanzeige nicht erlauben. Die Selbstanzeige hat, auf das Wesentliche reduziert, zwei Dimensionen: Die lückenlose Erfassung des Sachverhaltes auf der einen Seite und die richtige steuerrechtliche Bewertung dieses Sachverhaltes auf der anderen Seite. Selbst wenn der Steuerpflichtige das "Wo", "Wann" und "Wie" seiner steuerlichen Gestaltung grundsätzlich selbst kennt, reicht dies in der Regel noch lange nicht aus, um anhand dieser Informationen eine strafbefreiende Selbstanzeige zu gestalten. Die Materie ist komplex und selbst Fachleute scheitern immer wieder an dieser Komplexität der Selbstanzeige; der Fall Hoeneß hat dies eindrücklich vor Augen geführt. Bevor Sie also über die Stolpersteine des komplizierten Steuer- und Selbstanzeigerechts fallen und Ihre Situation noch verschlimmern, sollten Sie sich eingehend über alle Ihre Optionen informieren und beraten lassen. 

THOWA-Tipp: Fehler bei der Selbstanzeige sind fatal. Eine fehlerhafte Selbstanzeige führt nicht zum gewünschten Ziel, nämlich der Erlangung der Straffreiheit. Eine fehlerhafte Selbstanzeige bewirkt das Gegenteil und führt dann nicht zur Straffreiheit, sondern zur Bestrafung. Eine solche Selbstanzeige wirkt dann nicht strafbefreiend, sondern strafbegründend. Damit wird das Instrument der Selbstanzeige mit einer fehlerhaften Selbstanzeige ad absurdum geführt. Die Korrektur einer fehlerhaften Selbstanzeige ist zwar jederzeit möglich, führt aber nicht mehr zur Straffreiheit. Trotz Selbstanzeige wird der Steuerpflichtige damit wegen Steuerhinterziehung mit Geld- oder Freiheitsstrafe bestraft. Da die Finanzbehörde in der Regel erst durch eine Selbstanzeige von der Steuerhinterziehung erfahren hat, führt die Selbstanzeige im Ergebnis dann, entgegen der ursprünglichen Intention, zur Selbstbestrafung. Ein solches Ergebnis muss auf jeden Fall verhindert werden. Es ist daher essentiell, dass sich ein Steuerpflichtiger vor Abgabe seiner Selbstanzeige erschöpfend von einem spezifischen Selbstanzeigeexperten beraten lässt. Falls im Ergebnis nicht nur bei der Beratung, sondern auch der Abgabe der Selbstanzeige ein Experte im Bereich des Selbstanzeigerechts als Stellvertreter eingeschaltet wird, bitte beachten: Ein Stellvertreter muss vor der Abgabe der Selbstanzeige ausdrücklich dazu bevollmächtigt werden!