Straffrei durch Selbstanzeige

Ihr Leitfaden für eine erfolgreiche strafbefreiende Selbstanzeige beim Finanzamt

Die typischen Fallkonstellationen der Steuerhinterziehung

Die Steuerfahnder kennen sie (fast) alle: Die typischen Fallkonstellationen der Steuerhinterziehung. Und obwohl jeder Fall ein Einzelfall ist und bleibt, und unzählige Möglichkeiten der Steuerhinterziehung existieren, gibt es immer wiederkehrende Verhaltensmuster. Einige Beispiele sollen der Veranschaulichung dienen und aufzeigen, was des Steuerfahnders tägliches Steuerhinterziehungsbrot ist.

- Verheimlichen von Einkünften

Bei dieser Fallgruppe erklärt ein Steuerpflichtiger nicht alle seine Einnahmen im Rahmen der Einkommensteuererklärung. Dies führt dazu, dass ein auf falschen Tatsachen basierender Einkommensteuerbescheid ergeht und der Steuerpflichtige unberechtigt zu wenig Steuern abführt. Häufig werden in solchen Fällen auch falsche Umsatzsteuererklärungen abgegeben. 

- Angabe tatsächlich nicht entstandener Betriebskosten

Der Steuerpflichtige macht hier betriebliche Ausgaben geltend, die in Wahrheit nicht getätigt wurden oder jedenfalls keine betrieblichen Ausgaben darstellen, sondern private Kosten. Beispiel: Ein Landwirt geht mit seiner Ehefrau essen und deklariert dieses Essen im Rahmen seiner Einkommensteuerjahreserklärung als betriebliche Ausgabe. Wenn die Ehefrau keine Rolle in dem landwirtschaftlichen Betrieb spielt und der Anlass des gemeinsamen Essen rein privater Natur war, stellt diese Vorgehensweise eine Steuerhinterziehung dar. 

- Angabe tatsächlich nicht entstandener Werbungskosten

Der Steuerpflichtige gibt im Rahmen seiner Lohnsteuerjahreserklärung als Arbeitnehmer beispielsweise Werbungskosten für die Fortbildung in seinem Beruf an. Tatsächlich aber wurden diese Fortbildungskosten vom Arbeitgeber getragen. 

- Nicht erklärte Kapitalerträge im Ausland

Der Steuerpflichtige verfügt über Bankkonten in Luxemburg, Liechtenstein und der Schweiz. Die auf diesen Konten entstehenden Kapitalerträge verschweigt er gegenüber dem deutschen Fiskus, indem er sie in seiner Steuererklärung nicht angibt. 

THOWA-Tipp: Dies sind sehr einfach zu verstehende Beispiele aus der Praxis. Häufig sind Steuerhinterziehungen jedoch aufgrund ihrer Komplexität schwerer zu erfassen. Es ist auch nicht selten, dass eine steuerliche Gestaltung im Grenzbereich zwischen Noch-Legalität und Schon-Steuerhinterziehung angesiedelt ist. Obgleich die Steuerfahndung sehr gut ausgebildet ist und viele Fallkonstellationen, auch komplizierte, erfassen und einordnen kann, ist die Frage der Bewertung von Sachverhalten relativ häufig auch eine Streitfrage. Der Steuerfahnder hat die Fiskus-Brille auf und will möglichst viel Geld für den Staat reinholen. Daher neigen die Fahnder dazu, schwierige und strittige Fälle so zu interpretieren, dass für den Staat am Ende das meiste Geld herausspringt. Die Einordnung eines Sachverhaltes als Steuerhinterziehung dient in der Regel genau diesem Zweck, da sie den Druck auf den Steuerpflichtigen erheblich erhöht. Nicht selten sind dann Steuerpflichtige bereit, einen sprichwörtlich hohen Preis dafür zu bezahlen, dass das steuerliche und insbesondere das steuerstrafrechtliche Verfahren gegen sie beendet wird. Um solche Diskussionen mit unbestimmtem Ausgang zu vermeiden, ist die strafbefreiende Selbstanzeige wie geschaffen. Selbst bei Annahme der Strafbarkeit eines Sachverhaltes in Verbindung mit einem bestimmten Steuerpflichtigen führt die richtig erstellte Selbstanzeige letzten Endes zur Straffreiheit, selbst wenn die Finanzbehörden einen Sachverhalt als strafwürdig einstufen würden. Daher sollte die Möglichkeit der Selbstanzeige unbedingt noch dann genutzt werden, solange die Fahnder noch keine Kenntnis von dem Sachverhalt haben.